汉语里尔克 汉语里尔克 so leben wir und nehmen immer Abschied. 2017年06月24日 23:45:32
Übertragung und Forschung über Rainer Maria Rilke
德语诗人里尔克的汉译与研究
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F 首  页 F 里尔克研究 F Rilkes Duineser Elegien kommen vom Hexameter her
Verlagsgemeinschaft Ernst Klett Verlag – J. G. Cotta'sche Buchhandlung
Über alle Rechte verfügt die
Ernst Klett Verlage GmbH u. Co. KG, Stuttgart
© Ernst Klett, Stuttgart 1952
Fotomechanische Wiedergabe
nur mit Genehmigung des Verlages
Printed in Germany 1987
Satz: Steffen Hahn, Kornwestheim
Druck: Wilhelm Röck, Weinsberg
Einband: G. Lachenmaier, Reutlingen
Dritte Auflage (seit Erscheinen der Erstausgabe 1952)
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Jünger, Friedrich Georg: Rhythmus und Sprache im deutschen Gedicht/
Friedrich Georg Jünger. -
3. Auflage - Stuttgart: Klett-Cotta, 1987.
(Cotta's Bibliothek der Moderne; 63)
ISBN 3-608-95489-9
NE:GT
10. Rilkes Duineser Elegien kommen vom Hexameter her. Bei ihrer Betrachtung sind die Vierte und Achte Elegie aus­zuschließen, denn diese sind in Blankversen gesetzt, einem Vers, den der Lyriker wegen seiner rhythmischen Fläche zu meiden pflegt. Schon Goethe bemerkt, daß er die Poesie der Prosa angleicht. Er ist reimlos; der männliche Schluß ist vor­zuziehen. Kräftiger wird er dort, wo Vers, Satz und Gedanke nicht nach einem gemeinsamen Auslauf streben. Rilke gibt ihm diese Freiheit. Aber der Blankvers bleibt monologisch, gedanklich, rhythmisch schwach. Er setzt den Satz nicht rhythmisch um, sondern bedient sich einer schwachen Rhythmisierung, um Gedanken auszusprechen.
In der Ersten Elegie sind die Maße der Verse regelrechte Pentameter, das heißt Verse mit fünf mehrsilbigen Takten. Eingestreut finden sich Verse mit vier mehrsilbigen Takten, regelrechte Hexameter und ein Vers mit sieben mehrsilbigen Takten. Das zeigt, daß die Verse vom Hexameter her gedacht sind, und weist den Leser an, sie entsprechend, das heißt in daktylisch-trochäischem Verhalt zu lesen. Der Vers wirkt wie ein verkürzter, gleichsam beschnittener Hexameter. Die Ele­gie ist nicht in Strophen gesetzt. Wo sich Abschnitte finden, sind sie durch den Gedanken gegeben.
Im Verlauf der Pentameter findet sich der eigentliche ele­gische Vers mit zwei einsilbigen Takten, einmal sogar dop­pelt. Dieser Vers ist manchmal falsch gesetzt, sei es, daß er den einsilbigen Takt nicht regelrecht bringt, sei es, daß ihm Takte fehlen oder andere Unregelmäßigkeiten sich zei­gen. Die Schwäche des rhythmischen Verhalts zeigt sich darin, daß aus dem regelrechten Pentameter in Verse mit
freiem Auftakt, also von ganz anderem Verhalt übergegan­gen wird.
Stimmen, Stimmen. Höre, mein Herz, wie sonst nur
Heilige hörten: daß sie der riesige Ruf
aufhob vom Boden; sie aber knieten,
Unmögliche, weiter und achtetens nicht:
So waren sie hörend. Nicht, daß du Gottes ertrügest
die Stimme, bei weitem. Aber das Wehende höre,
die ununterbrochene Nachricht, die aus Stille sich bildet.
Es rauscht jetzt von jenen jungen Toten zu dir.
In ähnlicher Weise verfahrt die Zweite und Dritte Elegie. Und auch die Fünfte, doch ist der Abbruch der Verse unruhiger. Die Sechste beherrscht der Pentameter, gemischt mit Hexa­metern und wenigen Viertaktern. Der Vers mit zwei einsilbi­gen Takten unterbricht den anderen oft und ohne Regel; ein­mal steht er doppelt. Die Siebente mischt Pentameter und Hexameter und streut Verse mit einsilbigen Takten ein. Verse wie:
alle die Sterne; denn wie, wie, wie sie vergessen
und:
sparen wir heimlicher ein. Ja, wo noch eins übersteht
sind rhythmisch mühsam und fehlerhaft.
Auch die Neunte Elegie mischt fünftaktige und sechstaktige Verse. An zwei Stellen steht der Vers mit einsilbigen Takten dreimal hintereinander. Einmal wird er in zwei Verse geteilt. Die Verse sind oft nicht rhythmisch, sondern vom Gedanken her gedacht, so nämlich, daß der Satz den Vers in die Enge treibt.
warum dann
Menschliches müssen–und, Schicksal vermeidend, sich sehnen nach Schicksal?...
O, nicht, weil Glück ist, dieser voreilige Vorteil eines nahen Verlusts.
Oder in den folgenden Versen:
Bringt doch der Wanderer auch vom Hange des
Bergrands nicht eine Hand voll Erde ins Tal, die Allen unsägliche,
sondern
ein erworbenes Wort, reines, den gelben und blaun Enzian. Sind wir vielleicht hier, um zu sagen: Haus, Brücke, Brunnen, Tor, Krug, Obstbaum, Fenster, –
Das fallt rhythmisch auseinander. Die Zehnte Elegie folgt den anderen darin. Die gedankliche Fügung, welche der Rhyth­mus nicht unmittelbar ausfüllt, zeigt sich auch hier, an Stellen, wo die Einheit von Vers und Satz auseinanderzubrechen droht.
Für Erwachsene aber
ist noch besonders zu sehn, wie das Geld sich vermehrt, anatomisch,
nicht zur Belustigung nur: der Geschlechtsteil des Gelds, alles, das Ganze, der Vorgang –, das unterrichtet und macht
fruchtbar.....
.... Oh aber gleich darüber hinaus,
Das alles ist nachgeahmt worden. Sehen wir von den rhyth­mischen Schwächen der Anwendung ab, so läßt sich noch
folgendes sagen. So viel Harmonie der Bewegung der Hexa­meter hat, so wenig davon hat der regelrecht gebildete Pen­tameter, was noch mehr hervortritt, wenn er mit Hexametern gemischt wird, denn dann wirkt er oft wie beschnitten. Etwas Dissonierendes dringt in den Rhythmus ein, und dieser Ein­druck wird durch eingestreute Verse mit zweisilbigen Takten nicht gemindert, sondern verstärkt.
N  臧否文字:  请赐墨宝  

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